Snowflakes of love
Teil 14:
Lena stand ungeduldig am Eingang zum Parkgelände, wo sie sich mit Nick verabredet hatte.
Seine Unpünktlichkeit sorgte dafür, dass ihr durch das längere Herumstehen noch kälter wurde. Zitternd hielt sie weiterhin ausschau nach ihm und war froh, als sein blonder Schopf endlich in der Ferne auftauchte.
Das Telefongespräch was sie heute Mittag mit ihm geführt hatte, war nicht ungewöhnlich verlaufen und doch war sie sich total im klaren darüber, dass es Nick wirklich schlecht mit der ganzen Sache ging. Ausdrücklich gesagt hatte er ihr dies zwar nicht, aber sie kannte ihn gut genug, um zwischen seinen Zeilen lesen zu können und dass, was dort geschrieben stand gefiel ihr in keinster Weise, es beunruhigte sie eher.
Nick bahnte sich mit zügigen Schritten seinen Weg durch den frischen Schnee und als er langsam näher kam, konnte Lena die quietschenden Geräusche hören, die er mit seinen Schuhen darin hinterließ.
Während der Begrüßung spürte Nick Lenas prüfende Blicke und ihm war nicht wirklich wohl dabei, da er wusste, dass sie im Stande war, seine Emotionen pur von seinem Gesicht abzulesen. Immer wieder wendete er daher den Blick ab.
Lena fühlte sich bestätigt in ihrer Vermutung, als sie Nick nun genau musterte.
Seine Augen verrieten ihr, dass er gestern Abend noch mehr als einige Tränen vergossen haben musste und langsam machte sich ein schlechtes Gewissen in ihr breit, denn sie fühlte sich verdammt verantwortlich für seinen Zustand.
Plötzlich stieg das bekannte Gefühl wieder in ihr auf, was sie im Krankenhaus gehabt hatte, als sie mit dem Gedanken spielte, ihn einfach wieder aus ihrem Leben zu streichen und auch diesmal liebäugelte sie damit einen Moment, denn dies barg eine mögliche Lösung, zumindest für ihn.
Erhebliche Zweifel daran tauchten jedoch auf, als Nick nun ihre Hand nahm und sich das warme Gefühl wieder in ihr ausbreitete, was sie seit Beginn in seiner Nähe gespürt hatte.
Hin und her gerissen wie sie war, holte Nick sie nun aus ihren Gedanken, wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.
"Lass uns los gehen," sagte er, wobei er den Park betrat und Lena, deren Hand er noch immer hielt, mit sich zog.
Gemeinsam schlenderten sie durch das Parkgelände, was um diese Jahreszeit kaum an Schönheit verlor mit seinen zugefrorenen Teichen, die im Sonnenlicht glitzerten und den schneebedeckten Tannen. Hier und da hingen Eiszapfen, die in allen farben leuchteten.
Beide ließen diesen Zauber einen Moment auf sich wirken, bevor sie in ihr Gespräch übergingen.
Eigentlich hätten Lena, die durch ihr Telefonat Initiator des Gespräches war, dieses auch beginnen müssen, aber Nick kam ihr zuvor, denn er wollte dies hinter sich bringen, ehe der Mut ihn wieder verließ.
Er hatte gestern Abend wirklich noch lange überlegt und einen Entschluss gefasst.
Brians weise Worte waren der Anstoß dafür gewesen.
"Lena, dass was ich dir jetzt sagen werde, ist nicht leicht für mich und es wird dir vielleicht nicht gefallen, ich bitte dich, mir dennoch erstmal zuzuhören," sagte er, wohl bedacht, seine Worte sorgsam ausgewählt zu haben. Lena nickte Schweigend und nur ihr Herzschlag verriet, wie es ihr nun wirklich ging.
Nick fuhr unbeachtet dessen fort.
"Es war okay für mich, alles was du mir anvertraut hast streng geheim zu halten.
Aber es ist nicht okay für mich, wenn ich dabei meine vier besten Freunde vor den Kopf stoße. Es kann so nicht weitergehen!"
Hier machte er eine erste Pause, wartend auf eine Reaktion von ihr, um sein weiteres Vorgehen zu wählen.
Lena ließ mit dieser Reaktion nicht lange auf sich warten, denn die Ungewissheit über seine nächsten Worte, machte ihr Angst. Was er eben gesagt hatte, wiederholte sie für sich im Stillen. Was meinte er mit "Es kann so nicht weitergehen"? Würde er jetzt seine Sachen packen und gehen, sie einfach wieder alleine lassen? Vorstellbar war es, denn die Freundschaft zu den anderen Jungs wog mehr als die ihre, die gerade erst begonnen hatte.
Ihre Tränen unterdrückend und mit zitternder Stimme fragte sie ihn: "Soll das heißen, du willst unsere Freundschaft beenden?" Nick erschrak. Er hatte nicht gewollt, dass dies so klang und sie es so auffasste. Lange hatte er genau deshalb seine Sätze nach Gesprächsfallen abgesucht.
Und obwohl Nick dies nun nicht geplant hatte, musste er unbedingt reagieren und zwar sofort. Er blieb stehen, hielt sie bei den Schultern und sah ihr tief in die Augen, um seinen Worten den nötigen Ausdruck und die Wichtigkeit zu verleihen, die sie benötigten um Lena zu besänftigen.
"Lena, hör mir zu, was immer ich auch tue, aber ich werde dich nicht alleine lassen, hörst du?"
Lena, der nun die Tränen der Erleichterung übers Gesicht liefen, nickte ihm verstehend zu.
Nick nahm sie tröstend in den Arm und wischte ihr mit seinen Händen die Tränen weg, jedoch verlor er nicht das Gespräch aus den Augen, dessen wichtigsten Punkt sie noch nicht erreicht hatten und somit fuhr er fort, als sie sich beruhigt hatte.
"Was ich mit meinen Worten wirklich gemeint habe ist, dass ich den Jungs gegenüber endlich ehrlich sein möchte. Sie sollen erfahren was los ist, denn sie machen sich ernsthafte Sorgen."
Lena überlegte einen Moment angestrengt, was dies für sie bedeutete und ihr Ergebnis fiel ernüchternd aus.
"Du willst also, dass ich den Jungs erzähle was los ist?"
Nick wollte die Gelegenheit nutzen, ihre Entscheidung positiv beeinflussen und fügte deshalb seinen Erklärungen noch hinzu: "Nicht du alleine, ich werde dir natürlich beistehen und helfen wo ich kann."
Er hoffte inständig auf grünes Licht von ihr, denn es war die einzig richtige Lösung, die anderen einzuweihen.
Lena wusste nicht so recht, was sie davon halten sollte. Sicher hatte sie zu Nick sehr schnell Vertrauen gefasst, aber die anderen Jungs kannte sie kaum und es war ein komisches Gefühl sich vorzustellen, mit eigentlich fremden Leuten über etwas zu sprechen, was sie derart bewegte, auch wenn sie sich bisher gut mit ihnen verstanden hatte.
Glasklar war aber auch, dass sie Nick ansonsten vielleicht als Freund verlieren würde.
Nun war sie es, die in der Klemme saß.
Um etwas Zeit für eine Antwort zu gewinnen stellte Lena ihm eine Frage, dessen Antwort sie sich eigentlich auch selber hätte geben können.
"Sag mir Nick, ist es der einzige Weg unsere Freundschaft aufrecht zu erhalten?"
Es war sicher nicht die feine englische Art, aber da sie ihm nun eine so gute Vorlage lieferte, musste Nick diese einfach nutzen, nicht jedoch ohne ihr ein Lächeln zu schenken.
"So ist es süße!" Lena erwiederte das Lächeln und stimmte schließlich eher unfrewillig und Nick zu liebe zu, nicht jedoch ohne ihm noch einmal klar zu machen, wie schwer dies für sie werden würde.
Nick war sehr verständnisvoll, da er wusste, dass er eigentlich, das Unmögliche von ihr verlangte. Mit Worten versuchte er sie zu beruhigen und ihr zu versichern, dass sie dies nicht alleine durchstehen musste.
Es war mitlerweile später Nachmittag und die Dunkelheit legte sich langsam über den Park.
Die beiden waren am Ausgang angelangt.
Nick nahm Lena in seine Arme, was sie liebevoll erwiederte.
"Nick, ich hab dich wirklich sehr lieb und ich danke dir für alles."
Nick strahlte übers ganze Gesicht, er war stolz dies gemeistert zu haben und war voller Hoffnung für das Gespräch morgen und er hoffte dass Lena genügend Kraft und Mut haben würde dies durch zu stehen.
Er würde alles in seiner Macht stehende tun, ihr dabei zu helfen. Und er war sich ziemlich sicher, dass auch die Jungs versuchen würden, ihr ein geborgenes Gefühl zu geben.
"Ich hab dich auch sehr lieb und mach dir keine Sorgen, wir schaffen das schon," sagte er, wobei er ihr einen aufmunternden Blick zu warf.
Er begleitete sie noch bis zur Straßenecke, dort verabschiedeten sie sich voneinander.
"Dann ist also morgen unser großer Tag," sagte Lena grinsend.
Und Nick grinste bejahend zurück.
Nach einer erneut herzlichen Umarmung, ging jeder seines Weges.
Es dauerte noch eine ganze Weile bis Lena wirklich realisierte, welchem Plan sie da zugestimmt hatte und auch wenn sie es versuchte zu verdrängen, blieb ein mulmiges Gefühl in ihr zurück mit dem sie fertig werden musste.
Nick war mitlerweile wieder im Ferienhaus angekommen und wollte es sich nicht nehmen lassen, den Jungs gleich von dem wichtigen Treffen morgen zu berichten., schließlich hatte er sie lange genug im Dunkeln tappen lassen.
Wie nicht anders erwartet, waren alle einverstanden und man konnte von ihren Gesichtern eine gewisse Erleichterung ablesen, nun endlich zu erfahren, was los war.
Sie schworen Nick alles Mögliche zu tun, damit Lena sich bei ihnen wohl fühlte.
Nick war nun beruhigt, wie auch ein wenig nervös vor den morgigen Ereignissen.



geht es dann weitern!!
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