Los Angeles, 03.09.1999
Das kleine Möbelauto stand bereits einige Minuten an der Straße, bevor sich die Türen öffneten und eine junge Frau damit begann die ersten Kisten auszuladen.
Warte Sam, ich helfe dir., Rachel war bereits zu ihr geeilt und nahm ihr einen der großen, brauen Pappkartons aus der Hand. Was Sam ihr mit einem warmen Lächeln dankte.
Rachel?, ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. Hältst du das Alles wirklich für eine gute Idee?, ihre Blicke trafen sich, doch Rachel begann nur herzlich zulachen: Bitte Sam, fang nicht schon wieder an. Ich denke, es ist eine tolle Idee. Wir verstehn uns doch super. Was sollte also gegen eine gemeinsame Wohnung einzuwenden sein?, sie war zu ihr in den Wagen geklettert und zog sie nun in eine freundschaftliche Umarmung. Sieh dich doch mal um, es ist wunderschön hier, es wird dir gefallen. Also hör auf an allem zuzweifeln!, mit diesen Worten war sie aus Sams Blickfeld verschwunden und begann die ersten Sachen ins Haus zutragen.
Sam blickte ihr verträumt hinterher.
Rachel kannte sie jetzt seit fast einem Jahr. Sie hatten sich damals bei einem Photoshooting in New York kennengelernt und beide arbeiteten inzwischen für die selbe Agentur.
Auf Anhieb hatten sie sich gut verstanden und vertrauten einander nun mehr blind. Was wohl nicht zuletzt daran lag, dass Rachel für Sam eine Art große Schwester darstellte und ihr nicht nur die gewisse Geborgenheit gab, sondern auch die Vertrautheit einer guten Freundin zeigte.
In den vergangenen Monaten stellte sie für Sam einen sicheren Rückhalt dar und erwies sich mehr als einmal als eine Person mit der sie ihre Sorgen und Ängste teilen konnte.
Nachdem Rachel ihr schließlich angeboten hatte, doch einige Wochen bei ihr zu verbringen. Hatte sie dem begeistert zugestimmt.
Zumal sie das letzte halbe Jahr damit verbrachte, von einem Hotel L.A.s ins Nächste zuziehn und sich seit langem wieder nach einem festen Zuhause sehnte. Tagtäglich wurde es für sie unerträglicher in ein lieblos eingerichtetes Hotelzimmer zurück zukehren und die kalte Einsamkeit auf sich herabstürzen zu sehn.
Sag mal, muss ich hier Alles alleine machen?, Rachels tadelnder Tonfall riss sie aus ihren Gedanken. Schnell reichte sie ihr einige Kartons herunter, die Rachel nun auf dem Bürgersteig positionierte. So hatten sie in wenigen Minuten den Wagen geleert und machten sich nun daran Sams wenige Habseeligkeiten ins Haus zutragen.
Ihr Blick schweifte über die Umgebung und ließ sie erneut inne halten.
Sie befanden sich hier in einem kleineren Vorort von Los Angeles. Fernab von all dem Stress und ihrem hektischen Alltag. Die Straße war von kleinen Familienhäusern und zahlreichen Gründanlagen umsäumt und jagte Sam einen wohligen Schauer über den Rücken.
Nicht minder beeindruckt, ließ sie ihren Blick nun nach links wandern. Das Haus fügte sich wunderbar in seine Umgebung ein. Es war äußerst schlicht gehalten und beinhaltete überwiegend Holzelemente in einem sanften Rotbraun. Die breite Veranda erstreckte sich einige Meter über das Grundstück.
Langsam und ohne, dass sie es selbst zu bemerken schien, setzten sich ihre Füße in Bewegung. Faszinierte Blicke erkundeten jeden, noch so kleinen, Winkel des Hauses. Der Dielenboden der Veranda ging förmlich in die Fassade über und schien sie gar schweben zulassen. Auch einige liebvoll gruppierte Sitzmöbel aus Rattan erblickte sie etwas abseits.
Beinahe ehrfürchtig trat sie ins Innere des Hauses, dass einen deutlich Kontrast zu seiner äußerlichen Erscheinung darstellte. Außerhalb des Hauses waren ausschließlich Naturmaterialien verwendet worden. Doch im Inneren blitzte ihr zunächst überwiegend Chrom entgegen. Welches allerdings durch zahlreiche Stoffe, bunte Kissen, Kerzen und Ummengen von frischen Sommerblumen, in den schönsten Farben, aufgelockert wurde.
Direkt neben dem Eingangsbereich grenzte sich die Küche an. Auch diese war äußerst modern gehalten. Große Arbeitsflächen luden zum gemeinsamen Kochen ein und der sich anschließende Barbereich, mit den gemütlich wirkenden Korbsesseln, bot ein Rückzugspunkt.
Im hinteren Teil des Hauses befanden sich Wohn- und Esszimmer, dass einen Großteil des Raumes einnahm. Drei schmale Stufen stellten eine Abgrenzung, zur Küche dar und ließen sie sofort in eine andere Welt eintauchen. Helle Sitzmöbel und ein flacher, dunkler Holztisch erstreckten sich vor ihr. Auch an der Elektronik hatte Rachel keinesfalls gespart. Ein großer Breitbildfernseher lächelte ihr entgegen. Zahlreiche Hifi-Geräte, DVD-Player und ein prallgefüllter CD-Ständer waren ebenfalls vorhanden.
Ein großer Esstisch zu ihrer Rechten bot jede Menge Platz für Freunde und Gäste.
Doch ihre ungeteilte Aufmerksamkeit galt nun den großen Flügeltüren vor ihr. Die zarte Abendsonne durchflutete den Raum. Hinter dem Haus erstreckte sich der Gartenbereich, mit zahlreiche Sträuchern, Blühpflanzen und einer Vielzahl von Orangenbäumen. Ein schlichter, jedoch sehr üppiger Pool war in den Boden der breiten Terrasse eingelassen worden. Die Wasseroberfläche glitzerte im Sonnenlicht und bei näherer Betrachtung konnte sie ihre sanfte Silhouette im glasklaren Wasser ausmachen.
Ein Lächeln ummalte ihre Lippen. Rachel hatte recht, hier ließ es sich durchaus aushalten.
Zwei zierliche Arme schlangen sich um ihre Taille und sie spürte Rachels ruhige Atemzüge an ihrem Ohr. Ich kann es immer noch kaum glauben, dass du wirklich hier bist., flüsterte sie leise. Es ist wirklich wunderschön., Sam hatte sich beim Reden zu ihr umgewand und blickte ihr nun in die blauen Augen. Ich glaube, wir werden sicher eine schöne Zeit haben, Schwesterchen., liebevoll strich Rachel ihr einige Haarsträhnen aus dem Gesicht.
Sag mal, was hältst du davon, wenn du dich jetzt erst mal etwas ausruhst. Du musst nach den ganzen Strapazen doch sicherlich müde sein., Sam winkte ab, doch ein darauffolgendes, genüssliches Gähnen verriet ihre Erschöpfung. Diese vielen neuen Eindrücke waren dann wohl doch etwas viel gewesen.
Rachel zog sie sanft ins Innere des Hauses zurück und ließ sie auf einem der hellen Sofa Platz nehmen. Unter Sams leisen Protest zog sie eine Decke hervor und wickelte diese um sie beide. Sams Kopf ruhte an ihrer Schulter und nach nur wenigen Minuten fielen ihr bereits die Augen zu.
"Genieße deine Fehler und Schwächen. Denn ohne sie wärst du zwar perfekt, aber kein Mensch mehr."


Also schreib schön weiter und wunder dich nicht, wenn ich nicht gleich was dazu schreibe - ich schau halt nur unregelmässig hier rein
Zwischenzeitlich hab ich echt daran gezweifelt.
Denn momentan ist mein Kopf wie leergefegt.