Rose legte ihren Abschiedsbrief auf den Küchentisch, wo er ihn ganz bestimmt entdecken würde. Dann nahm sie ihre letzte Tasche auf und verließ endgültig das Haus. Ohne noch einmal zurück zu blicken, ging sie auf ihren Wagen zu, in dem ihr Begleiter auf sie artete.
So, das war die Letzte. Wir können fahren. Sagte sie, als sie sich ans Steuer setzte.
Bist du dir sicher, dass du es so durchziehen willst? Das Haus gehört schließlich dir!
Soll er es doch behalten. Ich häng nicht so sehr daran, Alex. Ich hab doch jetzt dich. Zärtlich küsste sie ihn und startete dann den Wagen. Und wenn wir erst mal in Amerika sind, will ich nie wieder etwas von Ronan hören. Er hat mir zu oft weh getan.
Das liegt jetzt hinter dir. Ich bin so froh, dass ich dich getroffen hab.
Während der Fahrt zum Flughafen, hielt Alex liebevoll ihre linke Hand. Beide waren nervös, ob es auch keine Probleme mehr geben würde bis zum Abflug.
Vor ein paar Stunden hatte Ronan Rose angerufen und ihr gesagt, dass er schon am Abend zurück sein würde und nicht erst in zwei Tagen.
Völlig aufgelöst hatte Rose daraufhin Alex angerufen. Dieser hatte es erst nach mehr als einer halben Stunde geschafft, sie wieder zu beruhigen und ihr den Grund zu entlocken, weswegen sie so verzweifelt war.
Alex. Ich glaube, Ronan hat Verdacht geschöpft. Er kommt schon heute Abend zurück. Schluchzte Rose. Jetzt können wir unseren Plan vergessen. Er lässt mich doch sicher nicht gehen.
Rose. Bitte. Beruhige dich doch. Dann ziehen wir die Sache eben schon heute durch.
Hastig hatte Alex seine Sachen zusammengepackt und aus dem Hotel ausgecheckt. Während der Fahrt im Taxi zu Rose Haus telefonierte er mit dem Flughafen und änderte die Flugbuchung. Jedoch bekam er nur noch zwei Plätze im Flug um ein Uhr früh.
Bei Rose angekommen, half er ihr die Sachen, die sie in den letzten Tagen zusammengepackt hatten, ins Auto zu laden. Sie hatte wahnsinnige Angst davor, dass Ronan sie bei dieser Aktion erwischen könnte.
Schon oft hatte sie versucht sich von ihm zu trennen, doch er hatte ihr immer wieder, auf brutale Art, klargemacht, dass er sie nicht gehen lassen würde. Fast hätte er es beim letzten Mal geschafft, ihren Willen zu brechen, doch dann hatte sie durch einen glücklichen Zufall bei einem ihrer Fotoshootings für ein Magazin Alex kennen gelernt.
Wie immer, wenn Ronan ihr, wie er es nannte, eine Lektion erteilt hatte, war sie ziemlich ruhig und zurückhaltend gewesen und hatte genau darauf geachtet, dass niemand ihre blauen Flecken und Kratzer zu sehen bekam.
Während einer kurzen Pause war Alex dann auf sie zugekommen und hatte sie gefragt, warum sie in einem geschlossenen Raum eine Sonnenbrille trug. Du hast bestimmt wunderschöne Augen. Die musst du doch nicht verstecken.
Die ... Die Scheinwerfer sind mir zu hell. Stammelte Rose verlegen. Ihr war schon während des ersten Teils des Shootings aufgefallen, wie Alex sie beobachtet hatte.
Dann lass uns doch kurz mal hier raus gehen, damit ich dir in die Augen sehen kann, wenn ich dich frage, ob du mit mir einen Kaffee trinken gehst. Alex berührte sie leicht an der Schulter, um sie aufzufordern, mit ihm nach draußen zu gehen.
Nein! Lass mich! schrie sie erschrocken auf. Fass mich nicht an.
Durch ihren Schrei wandten sich alle den beiden zu, um zu sehen, was los war. Rose? Ist alles in Ordnung mit dir? wollte Claire, ihre Kollegin, wissen.
Ja, ja. Alles ok. Bin nur erschrocken. Entgegnete Rose und rückte ihre Sonnenbrille, die verrutscht war, wieder zurecht. Doch Alex hatte ihr Veilchen bemerkt und hielt sie am Handgelenk fest, auch wenn er dadurch einen neuerlichen Schrei riskierte. Wer hat dir denn das verpasst? Das sieht ja übel aus.
Was? Ach das. Da ... da bin ... bin ich gegen einen Schrank gelaufen. Ich bin manchmal ziemlich ungeschickt.
Dieser Schrank, das ist nicht zufällig dein Freund?
Ich ... Was? ... Nein. Stammelte sie, während sie an ihrer Kamera herumnestelte. So konnte sie ihm den Rücken zuwenden, damit er nicht sah, dass ihr Tränen in den Augen standen. Alex war der erste Mann, der ihre Lügen durchschaut hatte und das machte ihr fast noch mehr Angst, als die Gewissheit, dass sie in wenigen Stunden wieder nach Hause musste. Du solltest zu den anderen zurück gehen. Die Pause ist gleich um.
Ich geh erst, wenn du mir sagst, dass du mit mir einen Kaffee trinken gehst. Alex ließ nicht locker, was, wie sich später herausstelle, ihr Glück war.
Und jetzt waren sie am Flughafen und mussten noch mehr als acht Stunden darauf warten, bis sie endlich nach Amerika fliegen konnten.
Rose. Sei ganz unbesorgt. Er wird nicht nach uns suchen und in ein paar Stunden sind wir auf dem Weg nach Amerika.
Er wird uns hier zuerst suchen. Ganz sicher. Oh Gott. Ich will mir gar nicht vorstellen, was er uns antun könnte. Wenn er den Brief sieht, flippt er aus.
Rose hatte damit gar nicht so unrecht. Als Ronan etwa fünf Stunden später das Haus betrat, wunderte er sich, warum es so still war. Rose? Bist du da? rief er in die Stille des Hauses, doch wie erwartet, bekam er keine Antwort. Von Minute zu Minute stieg die Wut wieder in ihm hoch. Sie wusste genau, dass sie zu Hause sein sollte, wenn er zurück kam. Anscheinend hatte sie ihre letzte Lektion schon wieder vergessen, aber das würde er nicht durchgehen lassen. Verärgert ging er nach oben und warf seine Reisetasche im Schlafzimmer aufs Bett. Dabei fiel sein Blick auf den Kleiderschrank, wo eine der Türen offen stand. Du verdammte Schlampe! entfuhr es ihm. Du hast mich doch tatsächlich reingelegt, aber so einfach kommst du mir nicht davon.
Rasend vor Wut lief er von einem Zimmer ins nächste, doch nirgends waren noch Sachen von ihr. In der Küche fand er schließlich ihren Abschiedsbrief:
Ronan!
Du hast sicher schon bemerkt, dass meine Sachen verschwunden sind.
Da ich weiß, dass du ganz sicher ausrasten wirst, bin ich gegangen, bevor du zurückgekommen bist. Es ist aus! Ein für alle mal. Du wirst mir nie wieder weh tun können.
Und versuch ja nicht, mich aufzuhalten. Alex wird auf mich aufpassen und wenn du in meine Nähe kommst, kann ich für nichts garantieren.
Such dir doch eine Gummipuppe, die du rumschubsen kannst!
Leb wohl.
Rose
Vor sich hinmurmelnd zerriss er den Brief in kleine Stücke. Alex, Alex. Wo hab ich diesen Namen nur gehört?
Die nächsten zwei Stunden lief er im Haus auf und ab und überlegte, woher er diesen Namen kannte. Er hatte ihn ganz sicher schon mal aus ihrem Mund gehört. Nur in welchem Zusammenhang? Natürlich. Das Fotoshooting vor ein paar Monaten mit den Backstreet Boys. Oh dieses Miststück! Das werd ich ihr heimzahlen.
Ronan hatte keine Ahnung, wann Rose das Haus verlassen hatte, aber er wusste, dass sie zum Flughafen gefahren war. Und dort fuhr nun ebenfalls auf gut Glück hin.
Zu dieser späten Stunden befanden sich nicht mehr viele Flugpassagiere auf dem Gelände und so musste er nicht lange suchen, bis er ein Pärchen entdeckte, das ziemlich nervös in einer Schlange stand, die in ein Flugzeug führte. Die Frau sah von hinten seiner Rose zum Verwechseln ähnlich und als sie sich suchend umblickte, erkannte er, dass er recht gehabt hatte. Bei ihrem Anblick kam die Wut wieder in ihm hoch.
Rose. Gleich sitzen wir im Flugzeug und dann sind wir in Sicherheit. Du musst wirklich keine Angst mehr haben. Versuchte Alex sie zu beruhigen. Wahrscheinlich ist es ihm sowieso egal, dass du weg bist.
Du kennst ihn nicht. Du weißt nicht, wie er ist. Wenn er von etwas besessen ist, dann vergisst er das nicht so ... plötzlich wurde Rose brutal von ihm weggezerrt.
Oh ja. Da hast du ganz recht. Raunte Ronan ihr ins Ohr. Ich vergesse dich nicht so einfach. Und jetzt kommst du wieder mit mir zurück nach Hause.
Alex! Hilf mir! flehte sie verzweifelt. Bitte!
Lass sie sofort los! Ich werde sie mit nach Amerika nehmen und du wirst rein gar nichts daran ändern können.
Das wollen wir doch mal sehen. Ronan wollte Rose, die er noch immer an den Haaren gepackt hielt, mit sich ziehen, als zwei Wachmänner des Flughafens Alex zu Hilfe kamen. Nach einer kurzen Rangelei hatten diese Ronan überwältigt und Rose aus dessen Griff befreit.
Gerade noch rechtzeitig schafften Alex und Rose es, das Flugzeug zu betreten. Als sie auf ihren Plätzen in der ersten Klasse saßen, brach der ganze Horror aus Rose heraus und sie begann hemmungslos zu weinen. Alex nahm sie liebevoll in den Arm und strich ihr beruhigend durchs Haar, bis die Tränen schließlich versiegten.
Gehts wieder, Süße? Alex küsste ihr eine Träne von der Wange.
Ja. Danke. Rose wischte sich kurz mit einer Hand über die Augen. Ich hab vorhin schon gedacht, dass er wieder gewonnen hat und ich wieder zu ihm zurück muss.
Das hätte ich niemals zugelassen. Und jetzt vergiss ihn. Du wirst ihn nie wieder sehen. Ab heute hast du ein neues Leben.
Ja. Und ich bin schon wahnsinnig aufgeregt, wie es bei dir zu Hause ist.
Es wird dir gefallen. Mein Haus liegt direkt am Meer und ich hab auch einen eigenen Strandabschnitt. Alex beschrieb ihr so genau, wie möglich, wie es bei ihm zu Hause aussah.
Rose schloss die Augen, um sich Alex zu Hause besser vorstellen zu können, doch irgendwann schlief sie über seinen Erzählungen ein, da sie wegen der Aufregung der letzten Stunden ziemlich geschafft war.
In Florida angekommen, wurden die beiden bereits von Nick und Kevin erwartet, die den beiden halfen, ihre Sachen zu Alex nach Hause zu bringen.
Ihr hab es tatsächlich geschafft! jubelte Nick, als er die beiden sah. Ich kanns nicht glauben. Rose, wie geht es dir?
Fantastisch! Und das hab ich alles euch zu verdanken. Jetzt, wo sie amerikanischen Boden unter den Füßen hatte, war sie zum ersten Mal seit Jahren wieder sicher.
Im Laufe der folgenden Monate normalisierte sich ihr Leben in Amerika und von Tag zu Tag dachte sie weniger an Ronan.
Alex hatte ihr geholfen, eine neue Stelle als Fotografin zu finden, damit sie, wenn er mit den Jungs auf Tour oder bei Interviews war, eine Beschäftigung hatte und nicht alleine zu Hause saß und zu viel nachdachte.
Und Rose blühte in ihrem neuen Job richtig auf. Ihr neuer Chef war nach kurzer Zeit so begeistert von ihrer Arbeit, dass er sie zu Shootings im ganzen Land fliegen ließ.
Etwa ein Jahr nachdem sie nach Amerika gekommen war, bekam sie einen zweiwöchigen Auftrag in San Francisco.
Hey, das ist ja fantastisch, Schatz. Freute Alex sich für sie. Und wann soll es losgehen?
Morgen früh. Oh ich bin ja so aufgeregt. Das ist meine große Chance.
Das sollten wir feiern. Was hältst du davon, wenn ich dich zum Essen einlade?
Ich hätte da eine viel bessere Idee. Rose umarmte ihren Freund und küsste ihn leidenschaftlich.
Mmh. Das ist natürlich viel besser. Meinte er etwas atemlos, als er sie liebevoll zum Sofa drängte, wo sie sich gegenseitig auszogen.
Am nächsten Morgen brachte Alex Rose zum Flughafen, wie er es immer tat, da sie noch immer etwas Angst hatte, wegen dem Vorfall von damals.
Deswegen flog sie nun auch immer von einem kleinen privaten Flughafen aus zu ihren Terminen. Dort bestand wie sie dachte keine Gefahr für sie.
Kurz vor ihrem Abflug küsste Alex Rose. Eng umschlungen standen die beiden vor der Gangway und vergaßen für kurze Zeit alles um sich herum.
Doch plötzlich wurde Rose von hinten gepackt und von AJ, der sie überrascht ansah, weggezogen.
Hey! Was soll das? Lassen sie mich sofort los! schrie Rose panisch. Diese Szene war der von vor einem Jahr so ähnlich. Verzweifelt wehrte sie sich gegen den Griff. Alex! Hilf mir doch! Sie hatte die Worte noch gar nicht richtig ausgesprochen, da wurde ihr klar, dass Alex ihr nicht würde helfen können.
Entsetzt musste sie mit ansehen, wie Shane und Mika auf ihren Freund zugingen, der etwas vor ihnen zurück wich.
Rose. Lass uns gehen. Ich will nicht, dass du das mit ansehen musst.
Voller Angst stellte sie fest, dass sie die Stimme kannte. Ronan. Was habt ihr vor? Lass mich los!
Doch Ronan, der die letzten Monate damit verbracht hatte, sie zu finden und eine Möglichkeit zu finden, sie zurück zu bekommen, dachte gar nicht daran, sie wieder los zu lassen. Ganz im Gegenteil. Er hielt ihre Arme noch fester hinter ihrem Rücken verschränkt und zog sie Richtung Ausgang.
Mika und Shane hatten Alex inzwischen gepackt. Mika hielt ihn von hinten fest und Rose sah noch, wie Shane Alex mit der Faust in den Magen boxte, bevor Ronan sie aus der Halle zog.
Nein! Alex! schrie Rose verzweifelt. In ihr stieg plötzlich eine Wut gegen Ronan auf, dass sie es fast geschafft hätte, sich loszureißen. Aber eben nur fast. Wie immer war Ronan stärker und sein Griff wurde noch fester. Ein Stich durchzuckte ihre Schulter. Aah! Lass mich sofort los! Du tust mir weh! Aus dem Stich wurde ein rasender Schmerz, den Rose jedoch wegen ihrer Wut kaum wahrnahm.
Verbittert wehrte sie sich weiterhin gegen Ronans Umklammerung. Trotzdem schaffte er es, sie zwischen Keith und Steve in die Limousine zu befördern.
Rose Herz hämmerte wie verrückt. Sie hatte Angst um Alex und sie konnte ihren linken Arm kaum mehr bewegen. Tränen der Wut, Verzweiflung und des Schmerzes liefen über ihre Wangen. Sie musste hier sofort raus! Alex brauchte sie. Lasst mich hier raus! Bitte! flehte sie die beiden an.
Nein. Das werden wir nicht tun. Entgegnete Keith. Du bleibst schön hier und wartest mit uns auf Ronan und die beiden anderen!
Ich will nicht! Ihr könnt mich hier nicht festhalten. Rose war so in Rage, dass sie trotz der Schmerzen in ihrer linken Schulter auf Keith einschlug. Der ließ sich dadurch allerdings nicht beeindrucken.
Sei jetzt endlich still! fuhrt er sie an und schlug ihr mit der flachen Hand ins Gesicht. Keith hatte nicht beabsichtigt, so fest zuzuschlagen, doch durch den Schlag war Rose Lippe aufgeplatzt.
Ich dachte, wir waren mal Freunde!? Wieso tut ihr mir nur so etwas an? Keith? Steve? verzweifelt sah sie die beiden an.
Steve, der diese ganze Aktion von Anfang an für schwachsinnig gehalten hatte, konnte es nicht länger mit ansehen, wie die anderen vier Rose quälten. Er öffnete auf seiner Seite die Wagentür und ließ Rose mit den Worten `Was zusammen gehört, sollte man nicht gewaltsam trennen!´ gehen.
Keith wollte sie noch zurückhalten, doch er bekam nur noch ein kleines Stück ihres Oberteils zu fassen. Rose riss sich los und lief, unendlich dankbar, dass Steve sie hatte gehen lassen, zur Flughafenhalle zurück.
Hinter sich hörte sie Keith schimpfen: Was fällt dir eigentlich ein? Wieso lässt du sie einfach gehen? Ro hat gesagt, wir sollen auf sie aufpassen. Du Idiot.
Steve erwiderte noch etwas, doch das hörte sie schon nicht mehr.
Rose erschrak, als sie Mika, Shane und Ronan auf den Ausgang zugehen sah. Schnell verschwand sie hinter einer Tür und hoffte, dass die drei sie nicht gesehen hatten.
Als die drei vorbei gingen, hörte sie Shane sagen: Der wird so schnell kein Mädchen mehr ansehen, geschweige denn anrühren!
Oh mein Gott, was haben sie ihm bloß angetan? Rose schossen die schrecklichsten Bilder durch den Kopf. Als sie sich umdrehte, um den dreien hinterher zu sehen, stieß sie mit ihrer linken Schulter gegen ein Regal. Sofort breitete sich wieder ein grässlicher Schmerz aus und sie stöhnte auf.
Was war das? Ronan drehte sich fragend um.
Ach. Bestimmt nur dieser Schlappschwanz! erwiderte Mika.
Rose hielt den Atem erschrocken an. Bitte. Lass sie weiter gehen. Bitte! flehte sie stumm, während der Schmerz ihr die Tränen in die Augen trieb.
Wahrscheinlich hast du recht. Lasst uns zum Wagen gehen, damit Rose und ich endlich ins Hotel fahren können.
Das glaub ich kaum. Sagte plötzlich Keith. Steve, dieser Volltrottel hat sie laufen lassen.
Was? Wo ist sie hin? fragte Ronan aufgebracht.
Sie müsste euch entgegen gekommen sein.
Nein. Ist sie nicht. Wir haben sie nirgends gesehen. Wütend sah Ronan sich um. Los, sucht sie. Ich will nicht, dass sie diesen Schwanzlutscher noch einmal sieht.
Jetzt ist alles aus! schoss es Rose entsetzt durch den Kopf. Mit klopfendem Herzen hatte sie das Geschehen von ihrem Versteck aus beobachtet.
Die vier hatten sie nicht gesehen, doch in diesem kleinen Raum saß sie in der Falle. Und hier würden sie doch sicher auch nachsehen, wenn sie sie im Flughafen nicht finden würden.
Leise schloss sie die Tür ganz und hoffte, dass sie trotzdem nicht entdeckt wurde. Sie hatte keine Ahnung, wie lange sie in völliger Dunkelheit in diesem kleinen Raum stand. Ihr Herzschlag dröhnte extrem laut in ihren Ohren und sie fürchtete schon, dass er auch von anderen zu hören war, was natürlich vollkommen unmöglich war.
Dann, nach einer halben Ewigkeit, in der sie mehrmals befürchtet hatte, ohnmächtig zu werden, wegen der Schmerzen in ihrer Schulter, hörte sie Shane sagen: Ro! Vergiss es. Wir finden die sie ja doch nicht. Sieh`s ein. Sie will dich nicht mehr!
Verdammt noch mal! Rasend vor Wut trat Ronan gegen einen in der Nähe stehenden Mülleimer. Was hat dieser Typ, was ich nicht hab?
Langsam entfernten sich die vier wieder und Rose flehte, dass sie endlich aufgegeben hatten. Die Sorge um Alex machte sie mittlerweile fast wahnsinnig.
Trotzdem wartete sie noch eine ganze Weile, bevor sie sich aus ihrem Versteck wagte.
Ihr linker Arm hing inzwischen völlig nutzlos herunter und ihre Schulter war der reinste Schmerzherd.
Rose hatte immer mehr Mühe bei Bewusstsein zu bleiben, aber sie musste Alex finden.
Wo ist er bloß? dachte sie verzweifelt und dann schrie sie laut seinen Namen.
Nachdem das Echo verhallt war, vernahm sie ein leises Stöhnen hinter sich. Rose drehte sich um, wobei eine neue Schmerzwelle durch ihren Arm schoss und der Anblick, der sich ihr bot, ließ ihr Herz für einen Moment aussetzen.
AJ saß zusammengekauert neben einem Getränkeautomaten am Boden. Sein rechtes Auge war bereits zu geschwollen, aus seiner Nase und eine Wunde über dem linken Auge lief Blut und auch seine Lippe war aufgeplatzt.
Vorsichtig kniete Rose sich neben Alex und berührte ihn an der Schulter. Sofort zuckte er unter ihrer Berührung zusammen, als ob er einen neuen Angriff erwartete.
Alex. Ich bins. sagte Rose ruhig zu ihm. Sie sind weg.
Rose ... Es ... Es ... tut ... mir ... so ... leid. Brachte er gequält hervor. Ich ... wollte ...
Sch! unterbrach sie ihn. Kannst du aufstehen? Wir müssen hier weg.
Mit Tränen in den Augen beobachtete sie, wie Alex versuchte, aufzustehen. Sie hätte ihm so gern geholfen, aber die Schmerzen in ihrer Schulter wurden immer schlimmer und sie konnte sich selbst kaum mehr bewegen. Rose wusste nicht einmal, ob sie es überhaupt schaffen würde, wieder aufzustehen.
Alex hatte es fast geschafft, aufzustehen, als er plötzlich bewusstlos zusammenbrach.
Alex? Bitte! Rose kroch unter Schmerzen näher an ihn heran. Komm wieder zu dir. Bitte.
In dem Moment läutete sein Handy. Vor Schmerzen zitternd holte Rose das Telefon aus Alex Tasche und hob ab.
AJ! Verdammt, wo steckst du? hörte Rose Kevin fragen. Im ersten Moment brachte sie keinen Ton heraus.
AJ? Jetzt sag doch was! Wir warten schon seit fast `ner Stunde auf dich. Kevin hasste diese Spielchen, die AJ manchmal am Telefon abzog.
Endlich fand Rose ihre Stimme wieder. Kev?
Rose? Ich dachte, du sitzt schon lange im Flugzeug nach San Francisco. Wo ist AJ?
Du musst herkommen. Alex ... Er ist gerade bewusstlos zusammen gebrochen. Schluchzte Rose. Ich weiß nicht, was ich machen soll!
Oh Scheiße! entfuhr es Kevin. Wo seid ihr?
Am ... Am Flughafen. Bitte beeil dich. Ich hab Angst.
Ich komm, so schnell ich kann. Versicherte Kevin ihr.
Während Rose auf Kevin wartete, redete sie auf Alex ein, in der Hoffnung, er würde wieder zu sich kommen. Als Kevin etwa eine halbe Stunde später mit dem Notarzt eintraf, saß Rose völlig geschwächt auf den Boden neben AJ. Obwohl es so aussah, als sei sie auch nahe dran, das Bewusstsein zu verlieren, sprach sie noch immer mit Alex.
Sie schien weder Kevin noch den Notarzt richtig wahrzunehmen.
Rose? Was ist denn passiert? Kevin die beiden erschrocken an.
Der Notarzt und einer der Sanitäter kümmerten sich sofort um AJ, während der zweite Sanitäter Rose untersuchte. Können sie mich hören? wollte er von ihr wissen. Wie in Zeitlupe hob sie ihren Kopf und sah den Sanitäter mit schmerzverzerrtem Gesicht und Tränen in den Augen an. Jede Bewegung verursachte ihr schier unerträgliche Schmerzen in ihrer linken Schulter, die sich mittlerweile über ihren ganzen Körper auszubreiten schienen.
Kevin ging ebenfalls neben ihr in die Knie. Rose? Tut dir was weh? Sag doch bitte was.
Schulter ... Ronan ... Was ... Alex? sagte sie so leise, dass man es kaum verstanden hatte.
Während sich Kevin und der Sanitäter um Rose kümmerten, wurde AJ nach draußen in den Krankenwagen gebracht.
Wir müssen sie auch nach draußen, in den Krankenwagen bringen. Ich kann sie hier nicht richtig untersuchen.
Kannst du aufstehen? Kevin sah sie fragend an.
Rose versuchte, mit Hilfe von Kevin und dem Sanitäter aufzustehen, doch sie schaffte es nicht. Vollkommen erschöpft sank sie wieder gegen die Wand.
Ok. Dann müssen wir uns was anderes überlegen. Meinte der Sanitäter. Wie mir scheint, ist ihre linke Schulter ausgekugelt. Ich werde sie zuerst in Narkose versetzen müssen, damit wir sie in den Krankenwagen bringen können.
Chris. Beeil dich mal. Wir müssen zusehen, dass wir ins Krankenhaus kommen. Wir haben hier einen konkreten Verdacht auf innere Blutungen.
Fahrt ihr nur und schickt mir einen anderen Wagen. Entgegnete der Sanitäter. Ich muss die Patientin erst narkotisieren, um sie transportfähig zu machen. Routiniert zog er eine Spritze auf.
Ok. Ich werds weitergeben. Bis nachher.
So, das tut jetzt einen kleinen Augenblick lang weh, wandte der Sanitäter sich wieder an Rose. aber dann werden sie einschlafen. In Ordnung?
Nichts ist in Ordnung. Wollte Rose sagen, doch sie war einfach zu schwach dazu, weswegen sie nur nickte. Dies hatte allerdings ein erneutes Aufflammen der Schmerzen zu Folge und sie stöhnte gequält auf.
Keine fünf Minuten nachdem ihr das Narkotikum gespritzt worden war, war sie eingeschlafen.
Könnten sie mir vielleicht helfen? Um ihr Schultergelenk wieder einrenken zu können, müssten sie sie auf der rechten Seite gut festhalten. Chris sah Kevin fragend an und dieser erklärte sich auch sofort bereit zu helfen.
Obwohl Rose schlief schrie sie plötzlich auf, als der Sanitäter ihre Schulter anfasste und diese mit einem gekonnten Ruck wieder einrenkte.
Ich dachte, sie schläft tief unter Narkose. Sagte Kevin erschrocken.
Keine Sorge. Das tut sie auch. Aber ich habe sie nur in Tiefschlaf versetzt. Die Zeit für ein Schmerzmittel hatte ich nicht. Erklärte der Sanitäter.
Ja, aber wird sie sich nicht daran erinnern? Kevin war ziemlich besorgt.
Nein. Ganz sicher nicht. Diese Schmerzen gerade hat nur ihr Körper wahrgenommen, aber sie nicht. Chris fixierte gerade Rose Schulter und Arm, als zwei weitere Sanitäter mit einer Trage das Flughafengebäude betraten und etwa zehn Minuten später waren sie auf dem Weg ins Krankenhaus.
Kevin war, da er mit seinem eigenen Wagen gekommen war, schon vorausgefahren, da sich nun, da Rose versorgt war, die Angst um AJ in ihm breit machte.
Im Krankenhaus angekommen, erfuhr er, dass AJ sich gerade im OP befand, da sich der Verdacht auf innere Verletzungen bestätigt hatte.
Während er im Wartezimmer saß, rief er die anderen an, um ihnen zu sagen, was passiert war.
Hat dieses Arschloch noch immer nicht aufgegeben? empörte Nick sich. Wenn AJ oder Rose irgendwelche Spätfolgen davontragen, dann kann er was erleben!
Nick. Bitte. Beruhige dich wieder. Wir werden ihn auf jeden Fall wegen schwerer Körperverletzung anzeigen, sobald Rose und AJ wieder bei Bewusstsein sind. Meinte Kevin. Ich werd auf jeden Fall so lange hier im Krankenhaus bleiben.
In Ordnung. Sag uns Bescheid, wenn du was neues weißt, ok?
Werd ich machen. Bis später dann. Kurz nachdem Kevin aufgelegt hatte, betrat ein Arzt das Wartezimmer. Mr. Richardson?
Ja. Das bin ich. Kevin stand, kaum dass der Arzt seinen Namen ausgesprochen hatte.
Miss Graham möchte sie sehen. Wenn sie mir bitte folgen würden. Der Arzt führte ihn zu dem Zimmern, in dem Rose lag. Es war bereits ein Polizist anwesend, als Kevin das Zimmer betrag.
Miss Graham. Ich kann mir vorstellen, dass sie jetzt lieber ihre Ruhe haben möchten, aber wenn sie wissen, wer ihnen und ihrem Freund das angetan hat, dann müssen sie mir das sagen.
Ich weiß es wirklich nicht. Rose klang ziemlich mitgenommen.
Rose! Wieso sagst du so was? Kevin verstand ihre Beweggründe nicht, weswegen sie Ronan und die anderen Jungs von Boyzone in Schutz nahm. Du weißt doch ganz genau, wer das getan hat.
Kev, das bringt doch nichts. Niedergeschlagen blickte sie aus dem Fenster, um weder Kevin noch den Polizisten ansehen zu müssen.
Miss Graham. Ich verspreche ihnen, dass wir den Täter finden und vor Gericht bringen werden. Aber sie müssen mir sagen, wer es war. Der Polizist war langsam mit seinem Latein am Ende, also ging Kevin zu ihr hin und versuchte, ihre Meinung zu ändern. Rose. Hör mir zu. Du kannst ihn nicht einfach ungestraft davon kommen lassen. Wenn du es schon nicht deinetwegen tust, dann wenigstens für AJ! Die Ärzte kämpfen im OP immer noch um sein Leben. Bei dem Gedanken an AJ stiegen Tränen der Wut und Verzweiflung in ihm hoch. Lass nicht zu, dass dieser Mistkerl davonkommt und ungestraft weiterleben kann, wie bisher.
Er ist doch bestimmt schon wieder aus Amerika verschwunden. Schluchzte Rose.
Das kannst du nicht wissen. Und solange die Chance besteht, dass man ihn verhaften kann, solltest du sie nutzen. Bitte. Flehte Kevin fast und schließlich gab Rose nach und erzählte dem Polizisten so genau, wie möglich, was passiert war und wer dafür verantwortlich war.
Nachdem der Polizist wieder gegangen war, erhielten die beiden die erleichternde Nachricht, dass AJ die Operation gut überstanden hatte und nicht mehr in Lebensgefahr schwebte.
So richtig erleichtert war Rose allerdings erst, als AJ, nachdem er aus der Narkose aufgewacht war, aufs Zimmer gebracht wurde. Da sie ein Paar waren und wegen AJs Prominentenstatus, hatte das Krankenhaus die beiden im selben Krankenzimmer untergebracht.
Als AJ drei Wochen später entlassen wurde, wurde er von Nick und Rose, die bereits einige Tage zuvor entlassen worden war, abgeholt.
Bin ich froh, wenn ich hier raus bin. Das Essen hält doch keiner lange aus.
Mecker hier nicht rum. Meinte Nick, der AJs Tasche trug, da AJ noch nicht schwer heben durfte, damit seine Operationsnarben nicht wieder aufrissen. Und wart nur ab, bis du zu Hause bist. Da wartet schon eine Überraschung auf dich.
Nick! empörte Rose sich. Du solltest doch nichts verraten.
Ach du kennst mich doch. Grinste Nick. Ich kann doch kein Geheimnis für mich behalten.
Ich hätte es wissen müssen. Seufzte Rose und setzte sich, wegen ihrer Armschlinge etwas umständlich, auf den Beifahrersitz, während Nick AJ half, es sich auf der Rückbank so bequem wie möglich zu machen.
Etwa eine dreiviertel Stunde später lieferte er die beiden zu Hause ab und fuhr dann selbst nach Hause.
So. Und wo ist jetzt die Überraschung, von der Nick gesprochen hat? wollte AJ wissen.
Na ja. Eigentlich wolle ich es dir schenken, wenn ich aus San Francisco zurück komme, erklärte Rose ihm und fügte dann verbittert hinzu: Aber Dank Ronan hat sich das ja erledigt.
Hey. Du bekommst ganz sicher wieder so eine Chance. AJ wusste, wie sehr sie sich auf diesen Auftrag gefreut hatte.
Sicher, aber wütend bin ich trotzdem auf ihn.
Und das zu Recht, Schatz. Tröstend drückte er ihre rechte Hand, doch sie zog sie zurück.
Lassen wir das Thema. Ich hol nur schnell die Überraschung. Fast fluchtartig verließ Rose das Wohnzimmer und ging nach oben ins Schlafzimmer, wo sie das gerahmte Bild von sich stehen hatte. Sie war froh, kurz von Alex weggekommen zu sein, da sie schon befürchtet hatte, jeden Moment in Tränen auszubrechen. Seit sie aus dem Krankenhaus entlassen worden war, hatte sie keine Nacht allein in diesem Haus verbracht, sondern hatte bei Nick übernachtet, aus Angst, Ronan könnte wieder auftauchen.
Wie sie erwartet hatte, war Ronan bereits abgereist gewesen, als die Polizei anfing nach ihm zu fahnden.
Rose? rief Alex von unten. Er wunderte sich, wo sie so lange blieb. Bist du da oben eingeschlafen?
Nein. Ich bin nicht eingeschlafen. Antwortete sie hastig. Ich hab nur gerade festgestellt, dass ich dein Geschenk gar nicht nach unten tragen kann. Es ist zu schwer für mich, um es mit einer Hand hochzuheben.
Dann komm ich halt nach oben. Meinte Alex und begann langsam die Treppe nach oben zu gehen. Als er oben ankam, taten ihm seine Operationsnarben wieder weh und er musste sich kurz an der Wand abstützen, um wieder zu Atem zu kommen. Dann betrat er das Schlafzimmer. Puh. Ich wusste gar nicht, wie anstrengend Treppensteigen sein kann. Wo ist denn nun die Überraschung?
Setz dich erst mal. Du sollst dich doch noch schonen. Rose war besorgt, da Alex ziemlich blass aussah.
Mir gehts gut. Keine Sorge. Aber was ist mit dir? Du kommst mir so nervös vor.
Nein, nein. Es ist alles in Ordnung. Rose wandte ihm kurz den Rücken zu, um den großen Bilderrahmen heranzuziehen. Dann trat sie auf die Seite und meinte: Und? Gefällts dir?
Wow! Das Bild ist der Wahnsinn! Alex sah wie gebannt auf das Bild, auf dem seine Freundin sich nur leicht bekleidet, auf einem Flokati räkelte.
Mel hat die Aufnahmen gemacht. Und Nick hat nur den Bilderrahmen gesehen. Du musst also keine Angst haben, dass mich ein anderer Mann so gesehen hat.
Da bin ich aber erleichtert. Aber jetzt komm mal her zu mir und sag mir, was dich bedrückt.
Was soll mich denn bedrücken? wich Rose ihm aus, als sie sich auf seine Aufforderung hin neben ihn setzte.
Das weiß ich nicht, aber du bist vorhin regelrecht vor mir geflüchtet. Alex nahm ihre rechte Hand wieder in seine. Mit mir kannst du doch über alles reden.
Ich weiß, aber es ist wirklich nichts. Ehrlich. Beteuerte sie, doch sie konnte ihm nicht in die Augen sehen.
Rose bitte. Sieh mich an. Alex umfasste liebevoll ihr Kinn und zwang sie, ihn anzusehen. Und dann brach alles aus ihr heraus, die ganze Angst, die sie seit dem Vorfall am Flughafen durchmachte.
Und das schlimmste ist, schluchzte sie an Alex Schulter. dass er schon wieder ohne Strafe davongekommen ist und jederzeit wieder hier auftauchen kann. Und wer weiß, was er uns dann antut.
Schatz. Er wird bestimmt nicht mehr wieder kommen. Er wird in diesem Staat polizeilich gesucht und aufgrund seiner Berühmtheit wird er doch auf Anhieb erkannt. Alex küsste sie zärtlich auf die Stirn. Und jetzt wein bitte nicht mehr. Es ist doch nichts schlimmes passiert. Wir leben noch und die Verletzungen sind auch bald wieder vergessen.
Das waren sie natürlich nicht, vor allem nicht für Rose, aber von Woche zu Woche wurde sie ruhiger. Und auch ihre Alpträume wurden weniger.
Aber Ronan war ständig in ihren Gedanken, weswegen Alex für sie eine Überraschung zu Weihnachten hatte.
Am Weihnachtsmorgen weckte er sie liebevoll mit einem Kuss. Guten morgen, mein Liebling. Rose streckte sich ausgiebig und sah ihn dann verschlafen an. Was ist denn los, dass du mich um diese Zeit weckst? Es ist ja noch stockdunkel draußen.
Keine Sorge. Es ist nichts passiert. Aber ich hab eine große Überraschung für dich und dazu müssen wir in einer halben Stunde losfahren. Schaffst du es bis dahin fertig zu sein?
Ohne auf seine Frage einzugehen, fragte Rose ihn: Kommst du mit mir unter die Dusche?
Rose. Wir haben nur eine halbe Stunde.
Und wenn wir noch länger hier rumdiskutieren, wird die Zeit immer weniger. Rose, die in der Zeit, in der sie nun mit Alex zusammen war, gelernt hatte, dass er ihren Körper trotz der Narben, die sie hatte, liebte, stellte sich vor ihn und zog ihren BH aus. Sieh mich an und jetzt sag mir, dass du mich jetzt nicht willst.
Alex war immer wieder erstaunt über die Veränderung, die Rose durchgemacht hatte seit sie von Ronan weg war.
Es hatte Wochen gedauert, bis sie sich, wenn auch nur im Dunkeln, mit ihm im selben Zimmer umgezogen hatte. Und erst nach einem halben Jahr hatten sie miteinander geschlafen. Aber sie hatte darauf bestanden, dass es im Zimmer dunkel war.
Auch wenn es ihm nicht immer leicht gefallen war, hatte er doch immer versucht, geduldig mit ihr zu sein. Ronan hatte nicht nur ihrem Körper, sondern auch ihrer Seele Narben beigefügt.
Und jetzt, fast zwei Jahre nach der Trennung von ihrem Peiniger, stand sie vor ihm, nur mit ihrem Tanga bekleidet, als wäre es das natürlichste auf der Welt, obwohl sie sich für ihre Brüste noch immer am meisten schämte, da die Narben, die Initialen R.P.J.K. bildete Ronans vollständiger Name. Es war einer seiner Wutanfälle gewesen, hatte sie ihm unter Tränen erzählt, dass sie sich nach einem Fotoshooting mit einer Kollegin verquatscht hatte und zu spät nach Hause gekommen war.
Er hat auf mich gewartet, als ich das Haus betreten hab. Hatte sie mit vor Angst bebender Stimme erzählt. Er war so freundlich zu mir und da hätte ich schon stutzig werden müssen. So hatte er sich nie benommen, wenn ich mich verspätet hab. Und dann hat er gesagt, er hätte eine Überraschung für mich im Schlafzimmer. Ich bin mit ihm nach oben gegangen und ... und dann hat er mich mit ... mit Handschellen ans Bett gefesselt. Ich ... Ich hab ihn angefleht, mich wieder loszumachen, aber er ... er hat es nicht getan. Und dann hatte er dieses Skalpell in der Hand. Er sagte: `Da meine andere Lektionen wohl nichts gebracht haben, muss ich es dir wohl anders beibringen, dass du mich nicht mehr vergisst.´ Oh Gott. Es war so schrecklich. Diese Demütigung und die Schmerzen. Als er mich später ins Krankenhaus gebracht hat, weil es nicht aufhören wollte zu bluten, hat er dem Arzt erzählt, ich hätte mir das selbst zugefügt weil er mich verlassen wollte und ich das nicht ertragen hätte. Von wegen ... Er wollte mich verlassen. Das ganze hat er mir doch nur angetan, damit ich jeden anderen Mann abstoße.
Hey, du Träumer. Riss Rose ihn aus seinen Gedanken. Je länger wir hier rum stehen, desto weniger Zeit haben wir. Also was ist jetzt? Kommst du mit oder muss ich alleine gehen?
Bei diesem Angebot kann ich doch nicht nein sagen. Ich komm natürlich mit. Alex folgte Rose ins Badezimmer und stieg mit ihr unter die Dusche. Die beiden seiften sich gegenseitig ein und als der letzte Schaum im Abfluss verschwand, hauchte Rose ihm ins Ohr. Ich hab da noch was für dich. Dann drängte sie ihn liebevoll gegen die Wand der Duschkabine und ging langsam vor ihm in die Knie.
Trotz der Wärme des Wassers, das noch immer lief, bekam Alex eine Gänsehaut, als Rose Lippen seinen steifen Schwanz umschlossen und sie zärtlich daran saugte.
Oh Gott, Schatz. Du bist wundervoll. Stöhnte er.
Als sie dann später unterwegs waren, kam Rose Neugier dann wieder durch. Willst du mir nicht sagen, wo wir hinfahren?
Nein. Das siehst du, wenn wir da sind. Aber das frühre Aufstehen lohnt sich! versicherte Alex ihr und er hielt sein Versprechen.
Etwa zwei Stunden später erreichten sie ein großes Anwesen, das direkt am Meer lag. So, da wären wir. Sagte Alex, als er den Wagen vor dem Haus abstellte und ausstieg.
Alex? Was wollen wir hier? Rose war verwirrt.
Komm mit. Alex ergriff ihre Hand und führte sie ins Haus.
Nicht. Wir können doch nicht einfach in ein fremdes Haus gehen. Sie hatte ein ganz ungutes Gefühl bei der Sache.
Sei unbesorgt. Wir sind ganz allein hier. Und jetzt komm. Drängte er sie und schließlich gab sie nach und betrat mit ihm das Haus. Gnädige Frau. Begann Alex. Zu ihrer Rechten sehen sie die großzügig geschnittene Küche mit Essbereich. Geradeaus führt der Weg in das gigantische Wohnzimmer, aber da kommen wir später hin. Links, gleich nach der Treppe, haben wir das geräumige Schlafzimmer, von wo aus man in eines der beiden Badezimmer des Hauses kommt. Alex zeigte Rose das ganze Haus. Als sie wieder im Erdgeschoss waren, sagte er: Und jetzt mach bitte die Augen zu, dann zeig ich dir die Überraschung.
Rose, die bis dahin seine Hand gehalten hatte, zog ihre nun rasch zurück und sah ihn ängstlich an. Nein. Verlang das nicht von mir. Bitte.
Rose. Alex wollte sie beruhigend in den Arm nehmen, doch sie wich ihm aus.
Nein! Ich kann das nicht. Nun hatte sie Tränen in den Augen.
Rose. Vertrau mir bitte. Ich würde dir doch nie etwas antun. Das weißt du doch.
Ich weiß. Aber ich kann es einfach nicht. Es tut mir leid.
Nein. Mir tut es leid. Ich hätte das nicht von dir verlangen dürfen. Alex hatte ihr an diesem Tag keine Angst einjagen wollen. Du musst die Augen nicht zumachen. Er ging wieder auf sie zu und diesmal ließ sie seine Umarmung zu. Entschuldige.
Ich wollte dir die Überraschung nicht verderben.
Das hast du nicht. Versicherte er ihr. Aber jetzt lass uns ins Wohnzimmer gehen, ok?
Ja. In Ordnung. Entgegnete sie wieder wesentlich ruhiger und ging mit ihm in das Zimmer.
Wie alle anderen Räume in dem Haus, war auch dieses unmöbliert, doch auf dem Boden waren eine Decke und mehrere Kissen ausgebreitet. Alex hatte das Licht nicht angemacht, da es bereits zu dämmern begann. Kann ich dich einen Moment allein lassen. Ich muss nur kurz was aus dem Wagen holen. Wollte er wissen.
Schon in Ordnung. Antwortete sie.
Mach es dir doch schon mal bequem. Ich bin gleich wieder da. Alex verließ kurz das Haus und kurz darauf betrat er mit einem Korb das Zimmer wieder.
Was hast du denn da? wollte sie wissen, als er sich neben sie auf den Boden setzte.
Später. Wende deinen Blick doch mal aus dem Fenster. Von hier aus kann man wundervoll den Sonnenaufgang bewundern.
Oh Alex. Es ist so wundervoll hier. Seufzte sie und lehnte sich an seine Schulter, während sie zusahen, wie die Sonne aus dem Meer in den Himmel stieg. Schade, dass wir nicht hier bleiben können.
Doch. Das können wir.
Was? Überrascht sah sie ihn an. Was sagst du da?
Das Haus und das Grundstück das alles gehört uns. Es ist mein Geschenk an dich. Frohe Weihnachten, Schatz.
Das ist doch nicht dein Ernst. Mach keine Scherze mit mir!
Tu ich nicht. Ehrlich! Ich weiß, wie unsicher du dich allein in unserem jetzigen Haus fühlst. Nick hat mir erzählt, dass du nach deiner Entlassung aus dem Krankenhaus bei ihm geschlafen hast.
Das Haus wurde schon von viel zu vielen Reportern fotografiert. Ich hatte einfach Angst, dass Ronan auftauchen könnte. Erklärte Rose ihm.
Und deswegen hab ich das Haus hier gekauft. Alex fasste in den Korb und holte eine Flasche Champagner und zwei Gläser hervor. Und ich werde dafür sorgen, dass kein Reporter je einen Fuß auf das Grundstück setzt oder ein Foto vom Haus macht. Alex reichte ihr ein Glas und griff dann noch einmal in den Korb und zauberte daraus Erdbeeren hervor.
Erdbeeren? Um diese Jahreszeit? Rose war begeistert. Für dich scheint ja nichts unmöglich zu sein.
Für dich mach ich alles möglich. Aber jetzt sag, willst du hier überhaupt einziehen?
Ob ich will? Da fragst du noch? Rose fiel ihm überglücklich um den Hals. Natürlich will ich. Ich würde überall mit dir hingehen.
Alex stellte sein Glas beiseite und umfasste ihre Hüfte, während sie sich leidenschaftlich küssten. Ich ... liebe ... dich, ... Schatz!
Später zeigte er Rose noch den Rest des Grundstücks und auch den Weg zum Strand. Wenn du willst, lass ich dir auch noch einen Pool bauen, dann kannst du auch schwimmen gehen, wenn das Meer mal zu kalt sein sollte.
Das musst du nicht machen. Du hast schon genug Geld ausgegeben für mich.
Egal. Ich werds trotzdem machen. Alex grinste sie an. Und versuch nicht, es mir auszureden.
Oh du bist unverbesserlich. Rose puffte ihm scherzhaft in die Seite. Ich liebe dich trotzdem.
Noch vor Silvester zogen die beiden in ihr neues Zuhause und ihre Einweihungsfeier legten sie mit der Silvesterfeier zusammen. Zur Sicherheit ihrer Privatsphäre waren nur die Jungs mit ihren Freundinnen und ein paar der engsten Freunde eingeladen worden und damit die Presse ihnen nicht auf den Fersen war, wurde von den Bodyguards ein Ablenkungsmanöver durchgeführt.
Man ist das ein Aufwand, wenn man zu euch kommen will. beschwerte Nick sich. Fehlt ja nur noch, dass ihr Wachhunde aufs Grundstück holt.
Du wirst es nicht glauben, aber nächste Woche holen wir uns vier ausgebildete Wachhunde. Kam es ganz nüchtern von Rose. Sie hatte Alex darum gebeten, damit sie sich, wenn er unterwegs war und sie nicht dabei sein konnte, sicherer fühlte.
Nein. Das ist jetzt nicht euer Ernst, oder? Entgeistert sah Nick sie an. Und dann auch noch vier Stück.
Natürlich ist das unser Ernst. Und bei der Größe des Grundstücks sind vier Hunde auf jeden Fall notwendig. Kam Alex ihr etwas zu Hilfe.
Schon gut. Das ist eure Entscheidung. Lenkte Nick ein. Solange ich euch noch besuchen kommen kann, ohne angefallen zu werden.
Keine Sorge. Solange du dich nicht heimlich in den Garten schleichst, kann dir nichts passieren.
Die Party dauerte bis in die Morgendämmerung. Nachdem sich der letzte Gast verabschiedet hatte, ging Alex zu Rose, die sich schon vor einer ganzen Weile in die Hollywood-Schaukel zurückgezogen hatte und dort schlief, um sie zu wecken. Schatz. Komm, lass uns ins Bett gehen. Es ist niemand mehr da.
Schlaftrunken richtete Rose sich auf und ging mit Alex ins Haus. Sie war so müde, dass sie, kurz nachdem sie im Bett lag, auch schon wieder eingeschlafen war.
Guten Tag, Mr. Black. Begrüßte Alex ein paar Tage später den Züchter, bei dem sie die Wachhunde bestellt hatten. Wir haben telefoniert.
Stimmt. Ich hoffe, sie haben ihre Freundin auch dabei. Sie hatten schließlich zwei Hunde verlangt, die nicht von ihrer Seite weichen sollen.
Da bin ich schon. Kam es von Rose selbstsicherer, als sie es in Wirklichkeit war. Wo sind die vier Hübschen denn?
Dann kommen sie doch mal mit. Ich hab die vier besten Rüden für sie ausgesucht. Der Züchter führte sie zu den Zwingern. Mr. McLean. Würden Sie bitte kurz hier warten. Kyzer und Luzifer sollen ihre Bezugsperson zuerst allein kennen lernen.
Mit einem leicht mulmigen Gefühl folgte Rose dem Züchter, doch als sie ihre beiden vierbeinigen Bodyguards kennen lernte, war dieses Gefühl schon wieder vergessen. Sie war sofort hin und weg von den beiden Rottweilern. Kyzer hatte die typische Fellzeichnung, wohingegen Luzifer schwarz war, wie die Nacht.
Dann lass ich sie mal mit den beiden allein und zeige ihrem Freund solange Spike und Snowball. Und keine Sorge, die tun schon nichts. Der Züchter ließ Rose mit den beiden Rottweilern zurück.
Alex war ziemlich verwirrt, als Mr. Black allein zurück kam, aber der Züchter erklärte ihm, dass es wichtig war, damit die Hunde Rose als Bezugsperson ansahen. Aber jetzt kommen sie mal mit. Dort hinten sind die Zwinger der Dobermänner, wo auch die beiden anderen Hunde ihres Quartetts warten.
Alex folgte dem Züchter zu den anderen Hunden. Ach und seien sie nicht allzu überrascht, wenn sie Snowball sehen. Ich versichere Ihnen, dass er ein reinrassiger Dobermann ist leider ist er ein Albino aber der perfekte Wachhund.
Uns geht es nicht um das Aussehen der Hunde, sondern um unsere Sicherheit. Vor allem um die Sicherheit von Rose.
Mit den vier Rüden können sie sich absolut sicher fühlen. Das garantiere ich ihnen.
Eine Stunde später verließen Rose und Alex dann mit ihren vier neuen Mitbewohnern das Grundstück des Züchters und fuhren nach Hause.
Ein seltsames Gespann, das wir da bekommen haben. schmunzelte Rose, währen sie einen Blick nach hinten warf. Ich hoffe nur, der Züchter hat nicht übertrieben und sie sind wirklich so gut.
Ganz sicher. Und wahrscheinlich werden sie auch gar nicht zum Einsatz kommen. Alex ergriff Rose Hand und drückte diese liebevoll.
Ich weiß, dass meine Angst langsam nerven muss, aber ich werde sie einfach nie ganz los.
Du musst dich nicht rechtfertigen. Und ich bin froh, wenn ich etwas tun kann, um dich glücklich zu machen. Und mit diesen Hunden hab ich dir eine Freude gemacht. Das konnte ich sehen, als du mit Kyzer und Luzifer auf mich zugekommen bist.
Zuhause angekommen inspizierten die vier Rüden zuerst ihr neues Revier. Ausgelassen tobten sie auf dem riesen Grundstück herum, aber Kyzer und Luzifer blieben die ganze Zeit in Rose Sicht- und Hörweite.
Mit ihren beiden vierbeinigen Bodyguards fühlte sie sich bald so sicher, dass sie das Haus und das Grundstück auch ohne Alex verließ, um in die Stadt zu fahren oder einfach nur spazieren zu gehen.
Und langsam war auch Rose davon überzeugt, dass Ronan endlich aufgegeben hatte, doch wie sehr sie sich da irrte, fand sie schmerzlichst bei einem Auftritt der Jungs bei einem Sommerfest heraus.
Die Stimmung war ausgelassen und bei ihrem letzten Song holte Alex seine Rose auf die Bühne, um den Fans sein Glück zu zeigen. Kyzer und Luzifer saßen am Aufgang zur Bühne und ließen Rose nicht aus den Augen.
Alex umarmte seine Freundin und küsste sie zärtlich. Er nahm um sich herum kaum etwas wahr und so bemerkte er nicht, wie sich eine dunkel gekleidete Person einen Weg zur Bühne bahnte.
Nick bemerkte die Person zuerst. Im ersten Moment stand er wie erstarrt da und konnte nur hilflos mit ansehen, wie die Person eine Waffe hervorholte. Dann löste sich eine Starre und er stürmte auf Rose und Alex zu und rief: Passt auf. Eine Waffe! Er stieß die beiden beiseite und im selben Moment fiel ein Schuss, der ihn am unteren Teil des Brustkorbs traf und zu Boden gehen ließ.
In Panik stürmten die Fans auseinander und flüchteten vom Gelände.
Nein! schrie Rose entsetzt und lief auf Nick zu. Bitte nicht! Nick. Sag was. Weinend fiel sie neben ihm auf die Knie und presse ihre Hände auf die stark blutende Wunde in seinem Brustkorb. Holt doch einer einen Notarzt. Nick du musst durchhalten!
In Alex, der sich mittlerweile hoch gerappelt hatte, stieg die Wut hoch die Wut darüber, dass Ronan noch immer nicht aufgegeben hatte. Rasend blickte er in die sich lichtende Menge und erblickte einige Wachmänner, die es geschafft hatten, den Schützen zu fangen. Nun zerrten sie die Person zu den Streifenwagen.
Alex warf noch einen kurzen Blick auf Rose, die noch immer über Nick kniete und verzweifelt versuchte, die Blutung zu stillen. Dann stürmte er los und auf die Wachmänner zu. Als er nur noch ein paar Meter entfernt war, erkannte er den Schützen, was seine Wut noch mehr steigerte. Du Dreckschwein! Ich bring dich um. Schrie er und bahnte sich einen Weg durch die Wachmänner, die keine Chance hatten, ihn festzuhalten. Du gibst wohl nie auf?
Nicht solange Rose noch am Leben ist. Entgegnete Ronan und grinste ihn überheblich an. Und bis dahin mach ich euch das Leben zur Hölle!
Das wirst du nicht! Eher bring ich dich um. Noch immer rasend vor Wut holte Alex aus und schlug Ronan mit seiner ganzen Kraft, die er aufbringen konnte, mitten ins Gesicht. Die Faust traf auf Ronans Nase, die mit einem lauten Knirschen brach.
Bevor Alex noch weiter auf Ronan einschlagen konnte, schafften die Wachmänner es endlich, ihn zu überwältigen. Beruhigen sie sich doch. Es kommt schon alles wieder in Ordnung.
Dieser Drecksack hat meine Freundin monatelang gequält und immer wieder ins Krankenhaus gebracht das letzte Mal hat er ihr die Schulter ausgekugelt. Erklärte Alex seine Situation, in der er sich befand. Um vor ihm sicher zu sein, haben wir uns extra ein neues Haus gekauft und uns vier Wachhunde zugelegt. Und dann, als Rose sich endlich sicher gefühlt hat, schießt er auf unseren besten Freund, weil dieser sich, um uns zu beschützen, vor uns geworfen hat. Und jetzt sagen sie mir noch einmal, dass alles wieder in Ordnung kommt.
Rose wurde währenddessen immer verzweifelter. Das Blut, das zwischen ihren Fingern hervorquoll, wurde immer mehr und sie schaffte es nicht, die Blutung zu stillen. Oh verdammt Nick. Wieso musstest du in die Schusslinie springen? Ich sollte hier liegen; die Kugel war für mich bestimmt gewesen.
Nein ... Du ... hast ... schon ... genug ... durchgemacht. Brachte Nick gequält hervor. Hierfür ... kommt ... er ... für ... immer ... in ... den ... Knast ... und ... wenn ... ich ... es ... nicht ... schaffe, ... wird ... er ... bestimmt ... hingerichtet!
Nick. Du wirst es schaffen. Halte durch! Rose blickte sich verzweifelt um. Wo bleibt denn der verdammte Notarzt?
Er kommt jede Minute, Rose. Kevin kniete sich neben sie und zog sein T-Shirt aus, das er zusammen legte und Nick unter den Rücken schob, um die Austrittswunde abzudecken und einen Gegendruck zu Rose Händen zu erzeugen. Dann rief er seinem Cousin zu. Brian. Zieh dein T-Shirt aus. Rose Hände allein reichen nicht aus!
Allen stand die Angst ins Gesicht geschrieben und die Zeit bis der Notarzt endlich eintraf erschien ihnen wie eine Ewigkeit obwohl es nur wenige Minuten vergingen.
Hallo? Können sie mich hören? fragte der Arzt Nick, während er dessen Pupillen untersuchte. Dann fühlte er nach seinem Puls, der kaum noch zu spüren war. Jungs! Kommt endlich mit der Trage und bringt auch gleich noch mehr Beutel Kochsalzlösung und Adrenalin. Dann wandte der Notarzt sich an Rose und Kevin. Halten sie noch eine Weile durch? Sie werden gleich abgelöst.
Rose bekam die Worte nur am Rande mit. Sie kniete weiterhin über Nick und lehnte sich verbissen mit ihrem ganzen Gewicht auf Nick, um die Blutung zu stoppen. Schweiß und Tränen liefen ihr übers Gesicht, aber sie hielt tapfer durch.
Auch während der gesamten Fahrt ins Krankenhaus, da der Arzt befürchtet hatte, Nick würde noch mehr Blut verlieren, wenn der Druck für kurze Zeit nachließ. Und auch Kevin hatte deswegen nicht abgelöst werden können. Beide waren schon fast am Ende ihrer Kräfte, als sie endlich das Krankenhaus erreichten. Dort wurde dann auch riskiert, die beiden abzulösen.
Völlig erledigt blieben die zwei zurück, während Nick in den OP gefahren wurde.
Meine Schuld! sagte Rose so leise, dass Kevin sie nicht verstanden hatte, während sie auf ihre Hände und Nicks Blut daran hinab sah.
Was hast du gesagt?
Es ist meine Schuld! Rose blickte auf. Ich hätte ihn nie verlassen sollen. Ich hätte es wissen müssen, dass er mir und allen in meinem Umfeld das Leben zur Hölle macht. Und da hilft kein anonymer Wohnort, keine Wachhunde und auch keine Bodyguards. Er gibt niemals auf, um an sein Ziel zu kommen. Neue Tränen liefen ihr übers Gesicht.
Rose. Sag doch so was nicht. Es ist nicht deine Schuld. Kevin umarmte sie freundschaftlich. Es war richtig, dass du ihn verlassen hast, sonst würdest du jetzt wahrscheinlich nicht mehr leben.
Aber wegen mir seid ihr ständig in Gefahr. Zuerst Alex, der fast an inneren Verletzungen gestorben wäre und jetzt Nick. Es wäre besser gewesen, wenn wir uns nie begegnet wären.
Rose? Kev? Wie geht es ihm? AJ, Brian und Howie stürmten auf die beiden zu.
Wir wissen es nicht. Antwortete Kevin, der Rose noch immer tröstend im Arm hielt. Sie operieren ihn gerade. Haben die Wachleute den Kerl geschnappt?
Ja, haben sie. Entgegnete Brian. AJ hat ihm allerdings noch die Nase gebrochen, bevor die Leute ihn weggebracht haben.
Ich hätte ihn umgebracht, wenn ich nicht zurückgehalten worden wäre. Alex war noch immer wütend, aber als er Rose sah, vergaß er seine Wut fast. Rose. Schatz. Komm her.
Mit tränenverschleiertem Blick sah sie ihn an und fiel ihm dann um den Hals. Es tut mir so leid. Ich wollte das alles nicht. Ehrlich!
Rose. Dich trifft keine Schuld. Alex hielt sie in seinen Armen und versuchte sie etwas zu beruhigen.
Die nächsten zwei Stunden standen und saßen die fünf im Flur des Krankenhauses und warteten auf eine Nachricht, wie es Nick ging.
Irgendwann kam dann endlich ein Arzt aus dem OP-Bereich und auf sie zu.
Doktor? Wie geht es ihm? Die Jungs waren sofort bei ihm. Rose stand angespannt ein Stück entfernt.
Jetzt sagen sie schon und spannen sie uns nicht so auf die Folter. Kevin hatte schon ein ganz ungutes Gefühl, aber er wollte wissen, was los war.
Wir haben alles getan, was wir konnten, aber die Verletzungen waren zu gravierend und der Blutverlust zu hoch. Erklärte der Arzt den entsetzten fünf. Es tut mir wirklich leid, ihnen diese schreckliche Nachricht überbringen zu müssen.
Oh Gott. Nein. Das ist doch alles nicht wahr! Alex konnte nicht glauben, was er da gehört hatte.
AJ. Der Arzt wird uns sicherlich keine Lügen auftischen. Kevin war mal wieder einzige, der vernünftig blieb. Wir sollten nach Hause fahren. Hier können wir eh nichts mehr machen.
Die anderen stimmten ihm, wie betäubt, zu. AJ wandte sich um, um Rose nach Hause zu bringen, doch die war nicht mehr da. Hey. Leute. Wisst ihr, wo Rose ist?
Sie war doch gerade noch da. Meinte Howie ziemlich abwesend.
Rose hatte sich unbemerkt von ihnen entfernt, nachdem der Arzt ihnen die Nachricht von Nicks Tod überbracht hatte. Sie wollte niemanden sehen und verließ das Krankenhaus. Kyzer und Luzifer, die Alex vor dem Gebäude angebunden hatte, machte sie los und ging mit ihnen davon. Nick war tot tot, weil sie einfach nur hatte frei sein wollen. Und jetzt war sie schuld daran, dass Ronan den besten Freund der Jungs ermordet hatte.
Alex, der sich trotz seiner Trauer um Nick, wahnsinnige Sorgen um Rose machte, suchte stundenlang die Gegend nach ihr ab. Irgendwann musste er seine Suche aufgeben, da er nicht mehr konnte. Vollkommen erschöpft kam er zu Hause an. Dort kamen sogleich Spike und Snowball auf ihn zu, um sich ihr Lob abzuholen, dass sie das Grundstück gut bewacht hatten.
Hallo ihr zwei. Alex tätschelte den beiden den Kopf. Fein habt ihr das heute wieder gemacht. Na los. Kommt mit.
Artig trotteten die beiden neben ihm her ins Haus. Ohne das Licht anzuschalten betrat er das Wohnzimmer und ließ sich auf die Couch fallen. Rose? Wo bist du nur? fragte er in die Stille des Hauses und wischte sich neue Tränen aus dem Gesicht. Als er die Augen wieder öffnete, fiel sein Blick aus dem Fenster und auf den kleinen Strandabschnitt. Und dort sah er endlich Rose sitzen.
Sofort war er wieder auf den Beinen und lief zum Strand hinunter. Rose! Oh Gott sei Dank. Da bist du ja. Sagte Alex erleichtert, als er bei ihr ankam. Ich hab überall nach dir gesucht.
Nein. Bleib weg von mir. Weinte Rose. Ich bring euch doch nur Unglück.
Nein. Wer sagt denn so etwas?
Nick ist meinetwegen gestorben. Rose war mit ihren Nerven und mit ihren Kräften am Ende. Die Kugel war für mich bestimmt gewesen. Ich sollte tot sein nicht er.
Rose. Nein. Das darfst du nicht glauben. Nick wollte dir das Leben retten und er hat es in Kauf genommen, dass er sterben könnte. Als Alex sie in den Arm nahm, bemerkte er, dass sie noch immer Nicks Blut an ihren Händen hatte. Lass uns rein gehen und duschen. Und dann sollten wir ins Bett.
Ich will nicht schlafen. Rose schluchzte wieder hemmungslos, ließ aber endlich seine Berührungen zu klammerte sich wie eine Ertrinkende hilflos an ihm fest. Alex, wieso er? Wieso? Es ist alles so unfair!
Ich weiß, Schatz. Ich weiß. Alex hielt sie fest in seinen Armen. Ihm war selbst zum Weinen zumuten, aber er konnte einfach nicht mehr weinen. Die Tränen brannten heiß in seinen Augen, aber sie wollten nicht fließen.
Nach einer Weile verließen Rose schließlich die Kräfte ganz und sie folgte ihm bereitwillig ins Haus und ließ sich, ohne Widerstand zu leisten, unter die Dusche stellen, damit Alex ihr das Blut abwaschen konnte.
Rose war so geschafft, dass sie obwohl sie geglaubt hatte, keinen Schlaf finden zu können, fast auf der Stelle eingeschlafen war, als sie im Bett lag.
Alex jedoch konnte einfach nicht schlafen. Die ganze Nacht wanderte er im Haus auf und ab. Nie hatte er gedacht, dass es ihn so quälen würde, wenn einer der Jungs nicht mehr wäre. Aber die Trauer um Nick tat so weh, dass er dachte, es würde ihm das Herz zerreißen.
Vor ein paar Stunden waren sie noch alle gemeinsam auf der Bühne gestanden und jetzt lag einer von ihnen in der Leichenhalle des Krankenhauses. Und er konnte einfach nicht mehr weinen.
Die nächsten Tage waren für alle schlimm. Gemeinsam organisierten die Jungs die Beerdigung ihres Freundes, während Rose Tag für Tag mit Kyzer und Luzifer am Strand saß und aufs Meer hinaus blickte.
Sie sprach kein Wort mit den Jungs, die abwechselnd nach ihr sahen und sie aß auch nichts. Nach fast zwei Tagen machte Alex sich richtige Sorgen um ihre Gesundheit, auch wenn er sie verstehen konnte, da er selber keinen Appetit hatte.
Mit ein paar Sandwiches und einer Kanne Eistee ging er nach unten zum Strand. Ihr Anblick erschreckte ihn jedes Mal mehr. Ihre Augen waren total rot und geschwollen vom Weinen und sie hatte schwarze Ringe unter den Augen. Außerdem schlackerte ihre Kleidung um ihren Körper, als ob sie schon seit Wochen kaum mehr was essen würde.
Alex atmete noch einmal tief ein und setzte sich dann neben Rose, die keine Reaktion zeigte. Als ob sie ihn nicht bemerkt hätte. Und noch immer liefen ihr Tränen übers Gesicht. Seit Nicks Tod schienen sie nicht versiegen zu wollen.
Rose, Schatz. Ich hab dir was zu Essen gebracht.
Ich hab keinen Hunger.
Willst du dann nicht endlich mal in Haus zurück kommen? Du kannst doch nicht ewig hier sitzen.
Nein. Rose schüttelte den Kopf, ohne ihn anzusehen. Ich will nicht, dass euch auch noch was passiert.
Oh Schatz. Alex nahm sie liebevoll in den Arm. Du bist wirklich nicht Schuld daran. Und Ronan sitzt im Gefängnis. Er kann uns nichts mehr tun. Was ist jetzt? Willst du nicht doch mit nach oben kommen?
Was soll ich denn da oben? Ich geh euch doch nur im Weg um. Schluchzte sie herzzerreißend.
Bitte, Schatz. Wein doch nicht mehr.
Er fehlt mir so.
Ich weiß. Uns fehlt er auch sehr. Aber wir dürfen uns deswegen nicht selbst zerstören. Das hätte er sicher nicht gewollt.
Ich weiß ja. Oh Alex. Wieso ist das Leben nur so ungerecht? Zum ersten Mal seit zwei Tagen sah sie ihn direkt an.
Das kann ich dir nicht sagen, aber komm doch mal mit ins Haus. Ich hab da was, was ich dir gern zeigen möchte. Vielleicht hältst du dann die Trauer besser aus.
Ich weiß nicht so recht. Wehrte Rose ab, doch Alex ließ nicht locker und so ging sie mit ihm zurück zum Haus. Aber sie konnte die Nähe der anderen noch immer nicht ertragen. Deswegen ging sie in den ersten Stock und setzte sich auf den Balkon.
Ein paar Minuten später kam Alex wieder zu ihr und gab ihr eine von Nick geschriebene Seite.
Der Text trieb ihr wieder die Tränen in die Augen, aber sie wurde auch ein wenig dadurch getröstet.
Alex war froh, dass er etwas gefunden hatte, was ihre Laune etwas steigern konnte.
Da Nicks letzter Wunsch, den er im Krankenwagen noch geäußert hatte, bevor er das Bewusstsein ganz verloren hatte, gewesen war, dass Rose ein paar Worte an seinem Grab sprechen sollte, stand sie am nächsten Tag vor dem offenen Grab und rang erneut mit ihren Tränen.
Aber sie wollte Nick seinen letzten Wunsch erfüllen und so begann sie zu sprechen: Nicks letzte Worte an mich waren der Wunsch, dass ich, sollte er sterben, ein paar Worte an seinem Grab spreche. Es ist das schwerste, was je von mir verlangt wurde. Ich kannte Nick etwas mehr als zweieinhalb Jahre, aber erst jetzt ist mir so richtig klar geworden, dass ich kaum etwas von ihm weiß. Deswegen würde ich gern ein paar Worte von Nick vorlesen, die mich sehr ergriffen haben und mir auch gezeigt haben, welch gutes Herz er gehabt hat. Rose faltete den Zettel auseinander, den Alex ihr am Vortag gegeben hatte und las die Worte vor, die darauf standen:
Manchmal frage ich mich wie es wohl wäre, durch die Augen einer anderen Person zu sehen. Zu sehen, wie das Gras seine Farbe ändert, wenn die Jahreszeiten wechseln. Zu sehen, wie die Sonne langsam über den blauen Himmel wandert und hinter dem Horizont verschwindet. Oder vielleicht einfach nur in einer anderen Welt leben eine Welt, in der das Leben nicht so glücklich ist, eine Welt, in der die Augen, durch die ich sehe, mehr Kummer sehen, als Liebe, mehr Nehmen als Geben oder mehr Krieg als Frieden.
Manchmal gehen mir diese Dinge durch den Kopf und wenn das passiert, realisiere ich die Wahrheit; die Wahrheit, wo ich mich befinde. Im Alter von 22 Jahren habe ich so viele Dinge gesehen manche waren gut, manche schlecht und manche Sachen hätte ein junger Mann, wie ich nicht sehen sollen. Aber ich habe das alles gesehen und mit einem Mal wusste ich, ich so gesegnet, gesegnet dieses Leben zu haben.
Aber wenn ich könnte, würde ich mein Leben eintauschen, um einer ganz bestimmten Person die Angst zu nehmen. Sie hat es verdient, ihre Frieden zu finden. Wenn es etwas gibt, um das zu schaffen, würde ich es tun, ohne nachzudenken. Selbst wenn ich dabei sterben sollte. Aber ich würde mit dem Gedanken sterben, einem Menschen geholfen zu haben, mit der schrecklichen Vergangenheit endlich abzuschließen.
Rose, Alex. Falls ich nicht dazu kommen sollte, es euch persönlich zu sagen Ihr Zwei seid füreinander bestimmt. Passt gut auf euch auf. Ich liebe euch alle!
Nick hat sein Leben gegeben, um meins und vielleicht auch Alex Leben zu retten. Er war der selbstloseste Mensch, der mir je begegnet ist und wir sollten ihn auch so in Erinnerung behalten.
Nick, du warst unser bester Freund wir werden dich niemals vergessen. Die letzten Worte brachte sie nur noch schluchzend hervor und Alex, der die ganze Zeit an ihrer Seite gestanden hatte, umarmte sie und strich ihr tröstend durchs Haar. Während sie gesprochen hatte, hatte auch er endlich weinen können. All die Tränen, die die letzten Tage heiß in seinen Augen gebrannt hatten, waren endlich geflossen. Es war so erleichternd gewesen endlich weinen zu können.
Die Zeit nach Nicks Beerdigung war schwer für alle, aber mit der Zeit wurde es leichter. Und als Ronans Prozess begann, fuhren Rose und Alex jeden Tag ins Gericht, um ihn mitzuverfolgen. Sie wollten Gerechtigkeit und die bekamen sie schließlich. Ronan wurde zum Tode verurteilt.
Rose. Wir haben es geschafft. Alex umarmte seine Freundin und küsste sie. Du wirst ihn nie wieder sehen!
Ich will ihn aber noch einmal sehen und mit ihm sprechen.
Wieso denn? Was glaubst du, noch von ihm zu erfahren? Alex verstand seine Freundin nicht.
Ich weiß es nicht, aber ich glaube, ich muss es tun. Bitte halt mich nicht davon ab.
Ok. Von mir aus. Gab er nach und so besuchte Rose Ronan einen Tag vor seiner Hinrichtung im Todestrakt.
Welch Glanz in diesem Gefängnis. Sagte Ronan, als er auf der anderen Seite der Glasscheibe Platz genommen und den Hörer zum Sprechen in die Hand genommen hatte. Ich hatte nicht gedacht, dich noch einmal zu sehen.
Bilde dir bloß nichts darauf ein. Ich bin nur hier, um zu sehen, wie sein Verlierer aussieht! sagte Rose kühl. Morgen um diese Zeit haben wird ich los für immer!
Oh nein. Ich werde immer in deinen Gedanken sein. Ronan sah sie hämisch grinsend an. Du wirst immer an mich denken, wenn du dich nackt im Spiel ansiehst.
Glaubst du das wirklich? Rose war darauf gefasst gewesen.
Oh ja. Ich hab dich gezeichnet für immer und deswegen sterbe ich erst, wenn du stirbst. Na du Miststück, wer ist jetzt der Verlierer?
Noch immer du. Entgegnete Rose und zog den Ausschnitt ihres Oberteils fast bis zu ihren Brustwarzen herunter. Entsetzt sah Ronan, dass die Narben verschwunden waren. Schon hervorragend, was die Schönheitschirurgie zustande bringt. Nicht?
Nein! Das ist nicht wahr! Ronan war rasend vor Wut. Mit der Faust schlug er gegen die Glasscheibe. Du verdammte Schlampe! Das hast du nicht getan! Das wirst du mir büßen! Das verspreche ich dir!
Mach keine Versprechen, die du nicht halten kannst! Aber ich kann dir etwas versprechen. Das Letzte, was du in deinem jämmerlichen Leben sehen wirst, sind Nick und ich! Mit diesen Worten stand Rose auf und verließ den Besucherraum.
Hinter sich hörte sie Ronan noch eine Weile schreien und toben, aber das ließ sie vollkommen kalt.
Auch seine Hinrichtung am nächsten Tag berührte sie nur in der Hinsicht, dass sie erleichtert war, endlich von ihm befreit zu werden und Nicks Tod zu rächen.
Obwohl es bei Hinrichtungen nicht üblich ist, hatten Alex und sie es durchsetzen können, dass über der Bahre, auf der Ronan liegen würde, ein Poster von Nick und Rose aus glücklichen Tagen hängen sollte. Rose hielt also ihr Versprechen, das sie Ronan gegeben hatte.
Nach der Hinrichtung verließen Alex und rose das Gebäude Hand in Hand.
Als sie im Auto saßen, sagte Rose: Alex. Ich muss dir noch etwas sagen!
Was denn? Alex hatte ein mulmiges Gefühl bei diesen Worten.
Jetzt guck nicht so entsetzt. Es ist nichts schlimmes. Rose lächelte ihn an.
Nun sag schon. Was ist es denn?
Alex. Ich bin schwanger. Mit strahlenden Augen sah sie ihn an.
Du bist was? Alex glaubte sich verhört zu haben. Seit wann weißt du es?
Schon seit vier Wochen. Gestand sie ihm.
Und dann sagst du mir das erst jetzt?
Ich wollte, dass du es erst erfährst, wenn das ganze hier vorbei ist. Und außerdem hättest du mich nie noch einmal mit Ronan reden lassen, wenn du es gewusst hättest. Hab ich recht? Rose ergriff erneut seine Hand.
Und wie recht du hast. Die Aufregung ist doch nicht gut für das Baby.
Aber wie du siehst, geht es mir blendend.
Rose. Du machst mich zum glücklichsten Menschen der Welt. Alex schloss sie in seine Arme und küsste sie.
Zum ersten Mal seit Monaten waren sie wieder glücklich, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben wegen Nick.
Als Rose sieben Monate später einen gesunden Jungen zur Welt brachte, fiel ihr und Alex die Wahl des Namens nicht schwer. Sie nannten ihren Sohn nach Nick Nicholas Gene.
Einen Tag nach der Geburt seines Sohnes ging Alex zu Nicks Grab und setzte sich davor ins Gras. Hey Frack. Du wärst gestern verdammt stolz auf Rose gewesen. Wie sie die Wehen durch gestanden hat. Ach, und du solltest unseren Sohn sehen. Er ist so wunderschön. Nur schade, dass er seinen Namensvetter nie kennen lernen wird. Aber vielleicht könntest du ja ein Auge auf ihn werfen, quasi als sein Schutzengel. AJ sah sich ein wenig um, ob er auch nicht belauscht wurde. Dann sprach er weiter. Und du wirst es nicht glauben, aber ich mache endlich den großen Schritt. Ich werde Rose fragen, ob sie meine Frau wird. Ich bin aufgeregt, wie ein kleines Kind vor der Bescherung. Hoffentlich suche ich auch den richtigen Ring für sie aus. Es wäre alles viel einfacher, wenn du noch da wärst. Du wüsstest ganz sicher, welcher Ring ihr gefällt. Und wenn nicht, würdest du es bestimmt ganz schnell herausfinden. Ach Frack. Mir fehlen unsere Gespräche, deine Scherze, dein Lachen. Aber wie du immer schon gesagt hast das Leben ist zu kurz, um es mit Trauer zu vergeuden. Und ich bin mir sicher, dass du mich hörst und auf uns aufpasst. Etwas umständlich stand er wieder auf und klopfte sich den Dreck von den Klamotten. Ich muss dann mal wieder. Aber wir halten dich auf jeden Fall über die Fortschritte unseres Sohnes auf dem Laufenden. Ach, jetzt hätte ichs doch fast vergessen. Ich soll dir noch einen schönen Gruß von Rose ausrichten. Na dann. Bis demnächst.
So unauffällig, wie er gekommen war, verließ Alex den Friedhof wieder und fuhr nach Hause.
Obwohl er ziemliche Bedenken hatte wegen seines Heiratsantrages, lief ein paar Tage später, als Rose wieder zu Hause war, alles glatt. Rose war überglücklich gewesen, als er ihr den Ring an den Finger gesteckt hatte. Mit dieser Geste war ihre Vergangenheit mit Ronan endgültig abgeschlossen!
ENDE

Ich krieg sowas irgendwie nie so gut zu Papier - auch wenn es an Ideen nicht mangelt...lol Also : CONGRATULATION !!!
. Trotzdem mach weiter so.